seit ich mich für menschen interessiere, diskutiere ich mit ihnen.
dabei hab' ich mit den kleinsten bauarbeitern "vielosoffiert" und mit großen managern oder auch politikern die probleme der welt eroiert.
das erste, was ich dabei lernte war: hundert menschen sprechen hundert verschiedene sprachen.
je nach erfahrung, wesen, umfeld und bildung ändert sich die ausdrucksweise und jede einzelne definition eines wortes.
eigentlich war ich früher der meinung, dass definitionen durch bildung standardisiert werden. - aber da hab' ich mich getäuscht.
was dem bauarbeiter seine "türken", sind dem manager seine "linken nationalistischen globalisierungsgegner".
alles unliebsame wird in einen topf geworfen, dreimal umgerührt und aus dem brei eine realität gesponnen.
wenn man ideologien und farben beiseite legt und versucht eine affinität herauszufinden, wird man schnell fündig:
die funktionalität unseres gehirns - das grundprinzip unseres denkens - überprüft die neue information mit den gespeicherten eindrücken.
*) stimmt das neue mit dem erfahrenen überein, so wird's gespeichert.
*) je weniger information aber unser weltbild bestätigt, desto eher ignorieren wir diese oder bekämpfen den inhalt mit allen ir- und rationalen möglichkeiten.
so können sich unsere vorurteile gegen die "linkslinken" die "ausländer" oder die "nazis", sowie die "bonzen", "politiker", "jugend von heute" oder "gutmenschen" in ruhe ausprägen und paranoia wird zum gesellschaftsspiel.
wo liegt also jetzt der unterschied zwischem "linkslinken" und "rechtsrechten"?
im feindbild, welches als vorwand und sündenbock für die eigenen probleme verwendet wird.
wo liegt der unterschied zwischen dem bauarbeiter und dem akademiker?
in der bildung, was dem akademiker die möglichkeit gibt, seine urinstinkte hinter pseudorationalität zu verstecken.
und wo liegt der unterschied zwischen dem "kleinen mannIn" und dem politiker?
in macht und einfluss und dadurch in der wirkung der meinung.
intelligenz, wissen?
nein, intelligenz haben sie nicht wirklich mehr. - das zeigte vor kurzem im fernsehen wieder einmal eine quizshow, bei denen die bauern die akademiker auf den zweiten platz schickten.
wissen?
der bauarbeiter erkennt die zusammenhänge genauso, wie der manager, nur kann er sie nicht artikulieren.
ist auch ganz einfach: schau in den kindergarten und du lernst weltpolitik. ;)
wie schaut's bei den akademikern aus?
gedrucktes wissen wird als sammlung der pseudorationalen ausreden missbraucht, welche dem gebildeten eine zusätzliche auswahl an "argumenten" ermöglicht welche der bauarbeiter physisch kompensiert.
die großen meister werden ignoriert, und der zauberlehrling verhallt. - gerade bei jenen, die ihn dringendst lesen sollten.
dabei ist es egal, ob wir von politischen ideologien oder natürlichen phänomenen sprechen, welche die besen unserer welt darstellen...
Dienstag, 13. April 2010
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