"in der steinzeit waren die menschen der meinung, alles lebt - auch die steine"
(man sieht einen neandertaler von einer geröllawine davonlaufen)
"auch steine können kinder kriegen"
(der neandertaler wirft den stein auf einen anderen und dieser zerbricht)
ganz schön dumm, damals, diese neandertaler.
wissen wir's doch heute, dank größerem gehirn, aufklärung, wissenschaft und informationstechnologie, viel besser.
vermehrung erfolgt über fortpflanzung und nicht durch teilung von objekten.
das individuum paart sich und pflanzt sich fort.
da diskutiert mein Alter Ego:
"ich bin nicht 'eins': der körper ist eine ansammlung von zellen, welche einer gesetzmäßigkeit nach durch teilung entsteht: so, wie der stein"
"so ein blödsinn: der stein wird geteilt, vermehrt sich und verändert sich aber nicht. - er wächst nicht"
"bist du dir sicher? natürlich wachsen gebirge aus der erde und verändern sich auf dieser welt."
"das wird mir jetzt zu blöd: ja: gebirge 'wachsen', aber doch nur, weil sie einer gesetzmäßigkeit folgen, welche aus magma oder sedimenten, welche durch gesetzmäßigkeiten von chemie und physik verändert werden! stell dich nicht so blöd an!"
"wir wachsen doch auch nur, weil wir nahrung nach gesetzmäßigkeit von physik und chemie verwandeln. - ich gebe zu, bei uns funktioniert das viel komplizierter. - aber bei den einzellern ist das fast schon so, wie bei den steinen, nur viel schneller. - und die werden ja auch zum 'leben' gezählt..."
ist es der eigene wille, der das leben ausmacht? die entscheidung?
da streitet sich gerade die wissenschaft darüber, ob der mensch wirklich selbstständig denken kann oder ob dies nur eine logische folge der betrachtung aller einflüsse ist.
ja gut, aber: "ich denke, also bin ich" - die existenz des individuums ist gesichert.
welches individuums?
wer bin "ich"?
bin ich nicht eine mischung aus genetischer baupläne und epigenetischer schaltvorgänge?
bin ich nicht eine mischung der eindrücke, die täglich auf mich einprasseln, welche wir "erziehung" und "erfahrung" nennen?
wenn werbung wirkt, dann reagieren wir berechenbar. - natürlich nicht zu 100%. - aber liegt das an uns, oder an der unkenntnis aller parameter?
"stimmt auch", sagt der psychologe, spricht er doch vom eisberg, dessen wasserlinie das unterbewusstsein verdeckt.
"stimmt", sagt der neurologe, der weiß, dass emotion erinnerung beeinflusst, und der weiß, dass jeder rationaler befehl durch das irationale "overruled" werden kann.
gesetzmäßigkeiten, die steine verschieben, verdecken und wachsen lassen...
was stärkt mich in der annahme, dass "ich" eben ich bin?
...die erfahrung der befehlsgewalt über die ansammlung dieses zellenhaufens.
denke ich dabei nicht gleich eingeschränkt, wie der neandertaler?
unfähig, die zusammenhänge zu erkennen, welche uns verbinden, nur, weil ich mich von meinen augen täuschen lasse?
übe ich nicht veränderung auch ausserhalb dieser symbiose, genannt körper, aus?
was ist "der körper", "die menschheit", "die natur", "das universum", "das quantum"?
sind es nicht symbole, welche versuchen, unbegreifliches zu erfassen? weil namen bilder erwecken und so definitionen möglich sind?
ist "ich" nicht auch so eine krücke, wie "schwerkraft", "raum" oder "zeit"?
was ist seit einstein von der zeit geblieben?
nicht einmal mehr materie ist etwas handgreifliches: ist sie doch nur ein bestimmter zustand eines quantums.
wer sagt, dass "ich" an der grenze meines körpers ende?
dass ich nicht durch meinen einfluss auf das Andere wachsen kann?
in den köpfen anderer?
und umgekehrt?
ist nicht jedes individuum "wir"???
aber: wenn ich nicht einmal fähig bin, die außmaße von "ich" zu begreifen, wie sollte ich fähig sein das zu begreifen, was ausserhalb von "mir" abläuft?
oder ist das ausserhalb auch ein teil von ich?
irgendwie hab' ich das gefühl, wir sitzen immer noch im neandertal und betrachten das steinchen, das kinder kriegt...
irgendwie hab' ich das gefühl, dass wir uns darüber gedanken machen sollten, warum wir in unserer egozentrischen gesellschaft so ein großes loch verspüren, welches wir mit konsum zu stopfen versuchen...
am ende lande ich wieder simpel beim armutsblog und dessen ursachen.
am ende meiner virtuellen reise deckt sich die "realen eindrücke" mit der phantastischen 'vielosoffie' und die probleme dieser welt haben mich eingeholt.
probleme, die seit der steinzeit nicht weniger geworden sind...
und irgendwie denke ich, wir sollten uns gedanken über die dimension von "ich" machen, bevor wir eine neue atombombe bauen, welche aber diesmal IN uns schlummert.
wenn's nicht schon geschehen ist...
euer dasBeobachter (und seine Alter Ego)
Mir geht es auch so, weil Ich Wir sind.
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